wachsdoom – Das Apfelblögchen

Verlierer suchen Schuldige – Gewinner suchen Lösungen!

Archäo(b)logie – Frisch ausgebuddelt: Die Blog-Vorgeschichte

- Januar 17, 2012

Willkommen Terraner! 🙂

Dieser Artikel erklärt die Vorgeschichte dieses Blogs, also wie es dazu kam, daß ich mich entschlossen habe zu dem Thema Ressourcenkrise zu bloggen und warum.

Die Themen Umweltverschmutzung, drohende Energie- und Rohstoffknappheit in der Zukunft usw. haben mich immer schon interessiert.

Eine meiner frühesten Erinnerungen an meine Schulzeit ist, daß wir besprochen haben wie eine Kläranlage funktioniert und ich weiss noch gut, daß mich das Thema schon damals beschäftigt hat.

Später dann habe ich vor allem im Fernsehen unzählige Reportagen gesehen, deren Aussage fast immer dieselbe war:

Wenn wir so weiter machen wie bisher zerstören wir  unsere Umwelt und Energie und Rohstoffe gehen uns zwar nicht heute oder morgen, aber in absehbarer Zukunft aus.

Das fand ich ziemlich beängstigend und war der Meinung, daß wir dann doch dringend etwas tun müssten, damit es dazu nicht kommt.

Aber schon damals war ich mit dieser Ansicht ziemlich allein.

Eine Mitschülerin, bei der ich das Thema angesprochen habe, meinte beispielsweise, ich sollte damit aufhören, weil ihr das  Angst machen würde.
Und das obwohl sie sicher nicht dumm ist, sondern eine der Klassenbeste bei uns war, mit Einser-Abitur.

Schon damals, vor Jahrzehnten konnte also jeder der Zugang zu Medien hatte wissen, was uns droht, wenn wir so weitermachen.

Es wurde und wird so viel zu dem Thema berichtet, daß später niemand wird sagen können, er hätte nichts davon gewusst.

Die Problematik ist seit „Die Grenzen des Wachstums“ allgemein bekannt, also seit inzwischen vier Jahrzehnten.

Daß es auf einem begrenzten Planeten kein dauerhaftes unbegrenztes Wachstum geben kann ist inzwischen schon fast eine Binsenweisheit.

Aber die große Mehrheit zieht es vor die Augen fest zuzumachen und das Problem zu ignorieren.
Das war damals schon so und das ist heute nicht anders.

Wenn ein Thema Angst macht, dann wird es von der Mehrheit der Menschen verdrängt.

Deswegen funktioniert Aufklärung in solchen Fällen auch nicht. Je mehr man darüber redet umso fester macht die Masse der Menschen die Augen zu.

„Niemand ist so blind, wie derjenige, der nichts sehen will!“  (Heinz Duthel)

Ich bin da ganz anders. Mein Problem ist, daß ich ganz schlecht im verdrängen bin, was auch nicht nur von Vorteil ist…

Ich wollte nach dem Abitur dann konsequenterweise eigentlich auch Umweltschutz studieren, aber leider ist daraus dann nichts geworden.

Danach habe ich, wenn ich schon am alltäglichen Wahnsinn nichts ändern kann, versucht wenigstens selbst möglichst umweltschonend zu leben.

Ich habe mein Auto abgeschafft und bin stattdessen beim Carsharing Mitglied geworden und nutze seit vielen Jahren fast nur Fahrrad, Schusters Rappen und öffentliche Verkehrsmittel.

Ich bin in meinem Leben noch nie auch nur einen Meter geflogen.

Ich bin Mitglied in einem Tauschring.

Ich nutze Sachen möglichst lange und versuche sie zu reparieren oder anderweitig weiterzunutzen und nicht gleich wegzuwerfen.

Mir gehört ein Stückchen einer Bürgerwindanlage hier die für meinen Anteil mehr Strom erzeugt als ich verbrauche.

Ich habe in meinem Haushalt viel an Strom eingespart.

Ganz allgemein lebe ich recht bescheiden.

Mein  Ökologischer Fussabdruck ist sicher deutlich kleiner als der des durchschnittlichen Deutschen.
Aber trotzdem verbrauche ich wohl immer noch mehr als die große Mehrheit der Menschen auf der Welt.
Und ich fürchte wenn alle Menschen der Welt so – für deutsche Verhältnisse bescheiden – leben würden wie ich, wäre das für die Erde trotzdem auf Dauer nicht tragbar.

Aber mehr war für mich leider nicht machbar. Mir fehlt schlicht das Geld um weitgehend als Selbstversorger leben zu können, denn paradoxerweise muss man wohlhabend sein um sich ein einfaches umweltschonendes Leben leisten zu können. Ich werde später in diesem Blog darauf zurückkommen.

Während ich mich also in meinem persönlichen Umfeld bemühte möglichst umweltbewusst zu leben, tat sich in dieser Zeit in der großen Politik auch allerhand.

Der Ostblock und die Sowjetunion zerfielen und in Deutschland kamen später nach vielen Jahren CDU-/CSU-/FDP-Regierung die SPD mit den Grünen gemeinsam an die Macht.

Aber leider, fast alle Hoffnungen die ich mit diesen Ereignissen verband erwiesen sich als trügerisch.

Weder gab es eine „Friedensdividende“ durch Abrüstung nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, noch wurde die Welt danach friedlicher geschweige denn gerechter.
Nein, ganz im Gegenteil, mit dem Wegfall des Systemkonkurrenten Kommunismus, erschlossen sich dem Kapitalismus nicht nur neue große Märkte, sondern damit fielen auch alle Hemmungen und mit der fortschreitenden Globalisierung zeigte der Kapitalismus sein wahres Raubtiergesicht…

Und daß SPD und Grüne nicht gerade die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt haben muss ich ja sicher nicht erst groß erklären.
Kosovo-Krieg und Sozialabbau, Hartz IV und ein Atomausstieg, der keiner war, um nur mal ein paar Punkte zu nennen.
Immerhin haben wir ihnen das Erneuerbare Energien Gesetz zu verdanken, dank dessen wir inzwischen schon 20 % Ökostrom im deutschen Energiemix haben. Ein wirklich großer Erfolg in nur wenigen Jahren!
Aber sonst war da nicht viel… von der dringend erforderlichen neuen ökologisch-sozialen Politik, vom Umsteuern zu einer nachhaltigen Wirtschaft keine Spur.

Andererseits, war die überhaupt notwendig?

Früher, als die Jahrtausendwende noch weit weg war, dachte ich ja immer:
Wenn wir es bis zum Jahr 2000 nicht geschafft haben unsere Art zu leben grundsätzlich zu ändern, dann wird es wohl zu spät sein dafür.

Aber das Jahr 2000 verstrich und nirgendwo war ein Ende unserer Lebensweise in Sicht.

Was hatte man uns nicht schon alles erzählt in den letzten Jahrzehnten:

Das Öl geht bald aus, alle möglichen anderen Rohstoffe gehen bald aus, der Wald stirbt, das Klima kippt und wir bekommen  eine neue Heisszeit oder wahlweise eine neue Eiszeit und so weiter und so fort.

Und nach vielen dieser Vorhersagen hätten z.B. Öl und andere Rohstoffe schon längst alle sein müssen.

Also alles nur Panikmache von publicitysüchtigen Wissenschaftlern und schlagzeilengeilen Journalisten?

Manches ja. Da war viel übertrieben oder auch schlicht falsch, was uns so alles um die Ohren gehauen wurde.
Ich kann darum auch die Menschen verstehen, die irgendwann die siebenunddrölfzigste Untergangsschlagzeile nicht mehr ernst nehmen können und wollen.
Auch mir ging es irgendwann so.

Es muss wohl irgendwann in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende gewesen sein, vielleicht so 2005 oder 2006, als mal wieder eine Meldung durch die Medien ging, in der neue riesige Ölvorkommen beschrieben wurden.

In dem Fall waren es die gigantischen Ölsandvorkommen in Kanada, die größer sein sollen als die Ölvorkommen Saudi Arabiens.

Das Fazit des Artikels: Es ist noch genug Öl da, für lange lange Zeit.
Wenn dann irgendwann das herkömmliche Öl alle ist, nutzen wir eben einfach die Ölsande in Kanada und andere unkonventionelle Öle.

Das war der Zeitpunkt, wo ich dachte:
Ok, ich habe mich wohl geirrt. Der Untergang der Zivilisation durch Mangel an Öl findet – zumindest auf absehbare Zeit – nicht statt.

Die nächsten Jahrzehnte ist also wohl noch genug Öl da und bis es irgendwann so – vielleicht 2050 oder später – dann mal knapp wird, haben wir den Umstieg auf Erneuerbare Energien dann vielleicht ja doch geschafft.

Damit habe ich das Thema damals als nicht akut erstmal gedanklich beiseitegelegt, denn wie immer im Leben gibt es ja noch so viele andere Dinge um die man sich kümmern muss.

Aber dann kam da das Jahr 2008 und plötzlich schoss der Ölpreis wie eine Rakete in die Höhe bis auf fast 150 Dollar pro Barrel und mit ihm die Preise für Lebensmittel weltweit.

Und mein Gedanke war: Oh mein Gott, jetzt ist es soweit!
Das worauf ich schon lange gewartet so lange, daß ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, daß es noch zu meinen Lebenszeiten stattfinden würde.

Aber warum jetzt? Warum so plötzlich? Und warum überhaupt, wenn doch noch reichlich Öl da ist?

Fragen über Fragen, aber bevor ich mich damit befassen konnte brach der Ölpreis auch schon wieder drastisch ein… und kurz darauf folgt dann die Lemann-Pleite und die ganze Finanz-/Banken- und Staatschuldenkrise, die uns seither in Atem hält.

Das Thema Ölknappheit war da erstmal eben kein Thema mehr, nicht nur für mich.

Seit Ende 2008 habe ich mich dann über die Ursachen und Folgen der Finanzkrise informiert und bin bald zu dem Schluss gekommen, daß diese keineswegs abgehakt ist, sondern daß das Schlimmste uns erst noch bevorsteht.

Staatspleiten, Hyperinflation, ein Schuldenschnitt sprich Verlust ihrer Vermögen für die Bürger, das Ende des Euros und eine Währungsreform mit Einführung einer neuen Währung… daß es wahrscheinlich dazu kommen wird, vielleicht sogar kommen muss, ist mir in der Zeit danach ziemlich schnell klar geworden.

Und in genau diese Richtung geht die ganze Entwicklung seit damals ja auch.
Wer hätte sich 2008 eine Staatspleite in Europa und das Ende des Euros vorstellen können?
Heute dagegen wird sogar in den Medien darüber geredet.

Viele Menschen versuchen darum seither ihr Vermögen – so vorhanden – in Sicherheit zu bringen und sich auf eine chaotische Zeit nach dem erwarteten Crash vorzubereiten.

Aber, die meissten Krisenvorbereiter, also z.B. Goldbugs, sprich Leute die ihr Vermögen in Gold und Silber investieren oder auch Preppern die weitergehende Krisenvorsorge betreiben, gehen davon aus, daß es nur eine relativ kurze chaotische Periode nach einem Finanz- oder sonstigen Crash geben wird… und das Leben danach so wie bisher oder zumindest ganz ähnlich weitergehen wird.

Das ist ja auch erstmal eine sehr naheliegende Vermutung.
Denn so ähnlich war es schon unzählige male.
Ja, es gehört geradezu zum Wesen des Kapitalismus, daß er alle paar Jahrzehnte also ziemlich regelmäßig zu Crashs führt.
Das ist schlimm für diejenigen die dabei alles oder vieles verlieren, aber danach ging das Leben immer weiter.

So unschön ein solcher System-Reset  auch ist, er bietet auch die Chance auf einen Neuanfang.
Wenn das Umfeld stimmt, krempeln danach alle einfach die Ärmel auf, legen sich kräftig in’s Zeug, begnügen sich für einige Zeit mit weniger,  und nach ein paar Jahren Wirtschaftsaufschwung geht es alle wieder gut, vielleicht sogar besser als zuvor.

Das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Krieg ist ein schönes Beispiel dafür.

Das hat früher schon funktioniert, also warum diesmal nicht auch wieder?

Aber was wenn es diesmal anders ist?
Was, wenn ein Wirtschaftsaufschwung nicht möglich ist, weil Wachstum nicht mehr möglich ist?
Was, wenn auf den Crash keine Erholung folgt, wenn die Krise nicht nach wenigen Jahren überwunden ist, sondern weitergeht, nicht über Jahre oder Jahrzehnte…?

Denn, da war doch noch was…

Richtig, ich rede vom Öl…

Nachdem ich mich eine Weile mit der Finanzkrisenproblematik beschäftigt habe, hat sich bei mir das ungute Gefühl eingestellt, daß all die Krisenvorbereiter zwar richtig liegen, was die Finanzkrise angeht, daß sie aber etwas ganz entscheidendes übersehen haben.

Und je mehr ich in der Richtung recherchiert habe umso mehr hat sich meine unschöne Ahnung verdichtet.

Man erinnere sich: Die kurzfristige Ölpreisexplosion 2008 war vor der Eskalation der Finanzkrise.

Die erste These, die ich hier im Blog aufstellen möchte lautet:

Die Ölpreisexplosion 2008 war zwar nicht die Ursache der folgenden Finanzkrise, aber ein Auslöser dafür.

Um es klar zu sagen: Die Finanzkrise wäre so oder so gekommen, unabhängig vom Ölpreis, denn das ganze Weltfinanzystem ist schon lange eine einzige riesige Spekulationsblase.

Aber ohne den explodierenden Ölpreis hätte es vielleicht noch Monate oder Jahre länger gedauert.

Stark vereinfacht hat der explodierende Ölpreis dazu geführt, daß all die amerikanischen Arbeitnehmer, die sich ein Eigenheim mit subprime-Krediten finanziert haben, obwohl sie es sich eigentlich gar nicht leisten konnten, entscheiden mussten:

Entweder Benzin für die Fahrt zur Arbeit kaufen oder die Rate für den Hauskredit bezahlen.

Beides ging ‚dank‘ hohem Öl- und damit auch Benzinpreis für viele damals plötzlich nicht mehr.
Also haben sich viele für das Benzin und gegen ihre Hauskreditraten entschieden, darauf wurden noch mehr Kredite faul und die ohnehin weit aufgeblähte Kreditblase der Banken platzte.

Daß der Ölpreis dann wieder in den Keller ging ist schnell erklärt. Mit der Wirtschaft bricht auch die Nachfrage nach Öl ein und damit dessen Preis.

Der explodierende Ölpreis half also mit die Kreditblase platzen zu lassen, die platzende Kreditblase führte zu einer Wirtschaftskrise mit fallender Ölnachfrage und liess damit auch den Ölpreis wieder fallen.

Dieser Zusammenhang ist sehr wichtig! Ich komme später im Blog noch öfter darauf zurück.

Das alles wäre nicht so wichtig, wenn es sich um einen einmaligen Vorgang handeln würde, aber leider ist er das nicht.

Schon immer haben steigende Ölpreise zu Rezessionen geführt. Soweit, so altbekannt.

Das neue ist und das ist meine zweite These:

Das Öl geht uns zwar noch lange nicht aus, aber das billige Öl geht zuende!

Und damit bin ich wieder bei den riesigen Ölsandvorkommen Kanadas.

Es mag ja stimmen, daß in Kanadas Böden mehr Öl steckt als in dem von Saudi Arabien, aber beides miteinander zu vergleichen heisst nicht Äpfel mit Birnen sondern eher Äpfel mit Eicheln zu vergleichen.

Während man Äpfel einfach nur vom Baum pflücken und direkt essen kann, sind Eicheln zwar auch grundsätzlich essbar, aber man muss sie erst mühsam aufsammeln und dann mühsam zubereiten um die giftigen Anteile unschädlich und sie genießbar zu machen. Ein im Vergleich zu Äpfeln riesiger Zeitaufwand. Davon daß eine Eiche ewig braucht bis sie überhaupt Eicheln bilde gar nicht zu reden.
Darum finden sich auch in jedem Supermarkt massenhaft Äpfel zu kaufen, aber eher weniger Eicheln. 😉
Eicheln sind eher so eine Art Notnahrung. Unsere Vorfahren haben sie in schlechten Zeiten z.B. nach dem Krieg gegessen, als es sonst nicht viel gab.

Und ganz ähnlich ist es auch mit dem ’normalen‘ sprich konventionellen Öl einerseits und Ölsanden und anderen unkonventionellen Ölen andererseits.

Konventionelles Öl meint, vereinfacht gesagt, das Öl, das im Idealfall einfach so aus der Erde sprudelt.
Früher musste man in vielen Gegenden praktisch nur einen Stock in die Erde stecken um auf Öl zu stoßen und musste weiter nichts tun als das heraussprudelnde Öl aufzufangen.
Das konventionelle Öl ist also leicht erreichbar und außerdem auch noch dünnflüssig und gut zu verarbeiten und wegen all diesen Faktoren billig… spottbillig, vor allem wenn man bedenkt wie viel Energie in ihm steckt.

Unkonventionelles Öl dagegen ist entweder an schwer erreichbaren Orten – Tiefseeöl wie im Golf von Mexiko oder Polaröl – oder muss erst mühsam aufgearbeitet werden um nutzbar zu sein wie eben die kanadischen Ölsande oder auch Teeröle, Schiefer’öle‘ und was der Dinge mehr sind.
Mit einem Wort: unkonventionelle Öle sind teuer, sehr teuer.

Wenn also die konventionellen Öle, die man, weil sie so einfach und billig zu gewinnen waren, allmählich weniger werden, dann muss man sie durch immer mehr und immer teureren unkonventionelle Öle ersetzen, was zu stark steigenden Ölpreisen führt.

Und genau das sehen wir seit ungefähr einem Jahrzehnt.

Und damit bin ich bei der dritten These, die ich hier heute aufstellen möchte:

Hohe Ölpreise führen zu Rezessionen, dauerhaft hohe Ölpreise führen zu dauerhaften Wirtschaftskrisen.

Das ist jetzt stark vereinfacht ausgedrückt. Ich werde das später noch präzisieren.

Und genau das ist der Punkt, den die meissten Prepper wohl leider (noch) nicht sehen:

Derzeit kämpfen wir mit der Finanzkrise und ihren Folgen.

Die Finanzkrise überlagert aber, daß im Hintergrund eine viel bedrohlichere Krise bereits schwelt, die drohende Ölkrise oder allgemeiner die  kommende Energiekrise, oder noch allgemeiner die Ressourcenkrise, von der hier im Blog die Rede sein soll.

Die Finanzkrise mag irgendwann auf die eine oder andere Weise ‚vorbei‘ sein, aber die Ressourcenkrise ist gerade erst an ihrem Anfang. Die ist dann nicht vorbei, sondern wird im Gegenteil mit jedem Jahr schlimmer werden.

Und da hohe Öl- bzw. generell Rohstoffpreise direkte Rückwirkung auf die Wirtschaft und damit auch auf die Finanzen von Banken, Staaten, Unternehmen und jedem einzelnen von uns haben, wird uns nach der Finanzkrise I dann wohl eine Finankrise II blühen… und nicht nur das, sondern eine Systemkrise des Kapitalismus selbst.

Denn und damit bin ich bei meiner vierten These:

Der Kapitalismus braucht ewiges Wirtschaftswachstum um seine Schulden zu bedienen. Ohne stetig steigende Energie- und Rohstoffmengen kein Wirtschaftwachstum, ohne Wirtschaftswachstum keine Gewinne, ohne Gewinne keine Schuldentilgung, ohne Schuldentilgung keine neuen Kredite ohne Kredite kein Kapitalismus. 

Auch dazu komme ich später noch ausführlich hier im Blog.

Im Moment geht es mir nur darum klar zu machen:

Bei zurückgehender Energie- und Rohstoffverfügbarkeit fährt dieses System an die Wand!

Und zwar nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern schon in den nächsten Jahrzehnten.
Die derzeitige Finanzkrise werden wir dann im Rückblick wohl als die gute alte Zeit betrachten, als die Welt noch in Ordnung war…

Prognosen sind ja bekanntlich immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen ;-), aber  um euch zumindest mal eine Hausnummer zu geben:

Die Weltölförderung wird voraussichtlich noch in diesem Jahrzehnt (!) ihren Höhepunkt überschreiten.

Danach wird Öl nicht nur deutlich teurer, sondern es könnte dann auch schon zu echten Versorgungsengpässen kommen…

Die Frage, die ihr euch vermutlich stellt und die ich mir auch gestellt habe ist:

Kann man das verhindern?

Vermutlich… hätte man es verhindern können, wenn wir schon vor 20, 30 oder 40 Jahren begonnen hätten uns darauf einzustellen, nachdem „Die Grenzen des Wachstums“ uns ebendiese aufgezeigt haben.

Heute… wohl nicht mehr…

Es gibt einen Point of no return ab dem es nicht mehr möglich ist dem Eisberg auszuweichen, egal was man tut.

Ab dann ist es sinnlos darüber zu diskutieren was man hätte tun können um die Kollision zu vermeiden.

Und ich fürchte diesen Punkt haben wir längst überschritten.

Die Frage ist meiner Ansicht nach nicht mehr ob dieses System absaufen wird – und wie man das eventuell verhindern könnte – sondern nur noch wann und wie und was man in so einer Lage noch tun kann…

Ja und darum soll es in diesem Blog gehen:

Was steht uns bevor?
Und was macht man, wenn man feststellt, daß man dummerweise ein Reise auf der Titanic  Terranic gebucht hat?

Denn das ist die Lage derzeit:

Die Terranic hat gerade einen kleinen Eisberg namens Finanzkrise gerammt, der ein hässliches aber nicht sehr großes Loch  hinterlassen hat.
Davon geht die Terranic nicht unter – allerdings wird durch das Loch noch viel vom Eigentum der Passagiere in’s Meer gespühlt werden in nächster Zeit.
Käpt’s Angela hat uns aber versichert, daß alles in Ordnung ist und keine Gefahr besteht und die große Mehrheit der Passagiere lässt sich in Sicherheit wiegen und genießt die Fahrt als wäre nichts gewesen.
Nur eine handvoll Passagiere lässt sich nicht einlullen und versucht meisst ihre Wertsachen in Sicherheit zu bringen… übersieht dabei aber, daß die eigentliche Gefahr erst noch kommt: der riesige Eisberg namens Ressourcenkrise direkt voraus, an dem kein Weg mehr vorbeiführt und der nicht nur ein kleines Loch in der Terranic hinterlassen sondern sie komplett versenken wird… wovon bisher aber schätzungsweise 99,99 % der Menschheit nichts weiss, oder nichts wissen will…

Also, lieber Terraner, der du den Weg hierher gefunden hast, was willst du jetzt tun?

Du hast die Wahl:

Du kannst die Fakten ignorieren und den Kopf in den Sand zu stecken.

Oder du kannst Wahrheit akzeptieren, auch wenn sie unbequem ist und etwas tun.

Die Lage ist ernst, aber sie ist nicht hoffnungslos.

Das was uns bevorsteht ist nicht das Ende der Welt, aber das Ende der Welt wie wir sie bisher kannten.

Es liegt an uns der kommenden Krise den Geschmack der Katastrophe zu nehmen und das Beste daraus zu machen.

Das geht aber nur, wenn wir die Probleme nicht (weiter) ignorieren.

Darf ich dich also weiter mitnehmen auf unserer Reise auf der Terranic?

Und nie vergessen: Morgen ist ein neuer Tag, der uns neue Chancen bietet. Lasst uns etwas Gutes daraus machen.

Bis morgen Terraner! 🙂

 

 

 

 

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2 responses to “Archäo(b)logie – Frisch ausgebuddelt: Die Blog-Vorgeschichte

  1. Ich fahr mit! Bin schon neugierig, wies’s weitergeht.

    lg Kinker

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